In den Gewässern der Bretagne

St. Peter Port, Guernsey, GB – Roscoff, FR

Noch steht ein Reiher neben der Tiefenanzeige der Victoria Marina. Erst um 10:00 Uhr ist zwei Meter Wasser über dem Sill und ermöglichen das Auslaufen aus dem Hafen. Auch andere Crews bereiten ihre Yachten schon vor.

Sill Victoria Marina

Bedauerlicherweise ist heute sogar für den Gennaker zu wenig Wind. Wegen der großen Entfernung laufen wir unter Maschine. Erst im Bereich Les Sept Île gibt es schwache Regenschauer und brauchbaren Wind. Unter Fock segeln wir in die Nacht. Die Nachtansteuerung von Roscoff stellt uns vor keine Probleme. Kurz nach Mitternacht machen wir in der unbeleuchteten Marina fest.

Roscoff – Aber Wrac´h

Gleich nach dem Auslaufen biegen wir in die spannende Durchfahrt südlich der Ile de Batz. Dann kann gesegelt werden.

Bei steifer Brise, etwa Halbwind, geht es heute sehr gut für zwei Drittel der Strecke. Unter Maschine fahren wir dann weit in den Aber Wrac´h. Etwa 1 ½ sm hinter der Marina ankern wir in der Flussmitte auf 7 – 8 m Tiefe. Das Highlight des Tages war die überraschende Einladung zum Essen auf DE LIEFDE. Es gibt Tiroler Gröstl, ganz original zubereitet!

am Aber Wrac´h
DE LIEFDE Frans Maas Calypso
DE LIEFDE, eine Calypso von Frans Maas

Nach morgendlichen Schauern klart es schnell auf. Mit dem Dinghy fahren wir bis La Paluden. Hier steht am Ufer ein sehr schönes Ensemble gut gepflegter Steinhäuser. Wir gehen zu Fuß nach Lannilis. In dieser ruhigen Stadt steht eine schöne romanische Kirche, Touristen sind hier keine zu sehen.

  • Lanilli Kirche Apsiden
  • Lanillis Kirche
  • Lanillis Kirche

Aber Wrac´h – Brest

Wir fahren Mittags gegen den Westwind los. An dieser sehr gefährlichen, mit unzähligen Felsblöcken gespickten Küste stehen die höchsten Leuchttürme Europas, etwa der auf der Ile Vierge mit 90 m oder jener auf der Ile de Batz mit 68 m.

Ile Vierge Leuchtturm
Der alte und neue Leuchtturm Ile Vierge

Erstaunlicherweise ist am exponierten Kap Le Four dann kein Wind. Wir fahren durch den Chenal du Four östlich der Île de Bénigue vorbei an Le Conquet. Ab dem markanten Kap und Leuchtfeuer Saint-Mathieu bei der Einfahrt nach Brest finden wir wieder perfekte Segelbedingungen vor. Diese Stadt ist als Marinestützpunkt stark befestigt. Der größte aller deutschen U-Bootbunker mit Reparaturwerft wird hier immer noch benutzt.

Brest – Camaret-sur-Mer

Christian reist mit dem Zug ab, wir fahren nach Camaret-sur-Mer und unternehmen einen Stadtrundgang. Zum 25. Hochzeitstag wird ein festliches Abendessen zubereitet, begleitet von erstklassigem österreichischen Rotwein.

  • Christian
  • Camaret-sur-Mer, Kirche
  • Gasse in Camaret-sur-Mer
  • Camaret-sur-Mer
  • Hafen vor Camaret-sur-Mer
  • Kutterwrack

Camaret-sur-Mer – Douarnenez

Wir passieren zuerst den Pointe du Toulinguet und die Roches Toulinguet bevor unsere Fahrt entlang der eindrucksvollen Küste in die große Bucht nach Douarnenez führt. Noch herrscht wirklich schönes Sommerwetter, abends Cirrenaufzug und Nieselregen. Nach der Stadtbesichtigung Treboul und Douarnenez sind abends Peter und Monique bei uns zu Gast. Wir liegen schön gegenüber der Île Tristan.

Tristan
Île Tristan

Douarnenez – Saint-Èvette

Die Nacht ist heute sehr unruhig. Schwell läuft in die Bucht und die Schiffe rucken hart in ihren Leinen. Ich stehe früh auf und mache einen Morgenspaziergang. Dadurch kommen wir erst etwas spät weg. Es läuft zu Beginn trotz schwachem Wind recht gut, doch die Wellen werden größer und der Wind lässt nach. Einige Meilen vor dem exponierten Kap Pointe du Raz müssen wir motoren, langer Atlantikschwell bricht sich am Felsen des Leuchtturms La Vielle. Plötzlich setzt 3,5 kn Gegenstrom ein. Wir hatten diese Zone schon an der Wasseroberfläche erkannt, im Ärmelkanal bekommt man schnell ein Auge für diese Gegebenheiten. Südlich des Kaps ist sehr viel weniger Welle und guter Wind ermöglicht feines Segeln bis zum Bojenfeld von Saint-Èvette.

Abendessen in St. Evette

Sainte-Èvette – Concarneau

Morgens weht sehr starker Wind mit bedrohlicher, tiefer Bewölkung vom Land her. Doch am Vormittag schon entwickelt sich eine sehr unerfreuliche, weil anhaltende Flaute. Kurz vor Concarneau erspäht Helga eine österreichische Flagge an einer hellblauen Yacht. MELTEMI 1 kommt aus Spanien zurück und Hermann spricht auch Tiroler Dialekt im Funk.

Lervily bei Sainte Evette
Lervily bei Sainte-Èvette
Bei Pointe de Penmarch
Vor dem Pointe de Penmarc´h Saint Pierre
Concarneau Marina
Marina Concarneau

Neun Tage lang warten wir in Concarneau auf günstiges Wetter für die Querung der Biscaya. Hier ist noch recht angenehmes, warmes Wetter. Mit dem Bus fahren wir nach Quimper, besichtigen die Kathedrale Saint Corentin und die sehr schöne Altstadt mit den kunstvollen Fachwerkhäusern.

In Concarneau ist natürlich das Ville Close die Hauptattraktion. Dies ist ein historischer, befestigter Stadtteil in einzigartigem Erhaltungszustand.

Concarneau Ville Close
Ville Close

Neben der Hafenausfahrt liegend, bekommen wir hier moderne Hochseerennyachten und historische Schiffe zu Gesicht. Morgen wollen wir über die Biscaya, wir bereiten uns auf die Passage vor. Es ist schon spät im Jahr und der erste Herbststurm könnte bald kommen. Die Wetterentwicklung ist nicht ungünstig, Peter und Monique sind auch derselben Meinung.

Masten im Abendlicht Douarnenez

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