Die Felszeichnungen von Tanum

Wenn man mit der Yacht in Grebbestad ist, schlechtes Wetter herrscht und man auch an Kunst und der Geschichte unserer Zivilisation Interesse hat, gibt es ausgezeichnete Möglichkeiten für Besichtigungen von Felszeichnungen.

Ein erster Spaziergang könnte beispielsweise zum Labyrinth von Ulmekärr führen. Labyrinthe findet man vielerorts, vom Mittelmeer bis Novaja Semlja. In Schweden sind aber sehr viele besonders gut erhalten. Leider weiß man nichts über deren Funktion oder ihr genaues Alter. Sie dürften aber aus der Eisenzeit stammen. Möglicherweise haben prähistorische Fischer durch den Bau der Anlage oder deren Benutzung auf magische Weise bessere Fänge erzielen wollen.

Weitaus eindrucksvoller sind aber die als Weltkulturerbe eingestuften Felszeichnungen von Tanum.
In Vitlycke ist ein Museum eingerichtet, gleich vis-a-vis ist die schönste und größte dieser Steinplatten mit Felsritzungen zu bewundern. Die Motive stammen aus dem täglichen Leben, sind aber von erstaunlicher Vielfalt: sehr viele Schiffe, Menschen, -auch mit Werkzeugen, Waffen oder Blasinstrumenten, Haustiere, Vögel, Wale, Jagdszenen.

In der Bronzezeit um etwa 3000 v. Chr. war der Wasserspiegel so, dass sich die Felszeichnungen sehr viel näher am Meer oder direkt am Ufer befanden. Durch die Landhebung sind die früheren Buchten heute landwirtschaftlich genutzte Flächen auf etwa 20m Seehöhe.
Ein Weg führt hinauf zu einem großen Grabhügel (Röse), teilweise aus Rollsteinen vom früheren Meeresufer. Von dort aus hatte man damals einen guten Blick über das Meer.

Weitere, schöne Felszeichnungen findet man in Aspeberget. Wir besuchten auch Litsleby, wo man eine architektonisch sehr gelungene, barrierefreie Besuchertribüne angelegt hat. Von dieser aus kann man die Felsritzungen und insbesondere den „Speergott“ sehr gut betrachten. Dies ist die größte Darstellung, etwa 235cm lang.
Um die Felszeichnungen besser sichtbar zu machen, wurden die meisten mit roter Farbe ausgelegt.

Von den prähistorischen Vorbildern geschickt abgeleitete Gebrauchsgrafik. Humorig in der Wirkung, aber ein ernstes Thema unserer Zeit betreffend.