Diese Inselgruppe ist als Seglerparadies bekannt und Schauplatz von Regatten. Große Charterfirmen unterhalten hier Stützpunkte und Flotten. Wir hatten teils nur recht mäßiges Wetter und die schiere Anzahl der Charterboote war gar nicht nach unserem Geschmack. Man kann entlang des Sir Francis Drake Channels unzählige Inseln und Buchten in kurzen Tagestörns erreichen. Aber nur die weniger attraktiven Plätze waren nicht voll belegt. Trotz dieses Eindrucks werden nur etwa 30 % des BIP mit Tourismus erwirtschaftet. Hier sind seit 1984 bei nur etwa 30.000 Einwohnern mehr als 800.000 Briefkastenfirmen ansässig geworden, deren Gebühren den Staatshaushalt zu einem sehr viel maßgeblicheren Teil finanzieren.

Törn nach Spanish Harbour, Virgin Gorda
Die Nachtfahrt führt uns an Anguilla vorbei, auch der Rest des Törns verläuft ereignislos. Die Marina von Spanish Harbour ist nicht besonders attraktiv. Das Einklarieren gestaltet sich hier kompliziert und es ist ein Environmental Impact Fee, ein Annual Tonnage Fee sowie ein Port Fee fällig. Der Eigner eines großen Katamarans mit kanadischer Flagge und losen, ungeordneten Bordpapieren ist von der Bürokratie völlig überfordert und verzweifelt.


Trellis Bay, Beef Island, Tortola
Schon um 07:00 Uhr morgens weckt uns sehr lauter DJ Krawall. Das ist an einem Karsamstag eigenartig. Wir laufen unter Maschine nach Beef Island hinüber und nehmen in der Trellis Bay eine Mooring. Unglaubliche USD 20,- muss man hier für das Festmachen des Schlauchboots bezahlen, außer man kauft im Geschäft des Stegbesitzers ein. Die Auswahl ist schlecht und alles ist völlig überteuert. Der Flughafen ist nur wenige Gehminuten entfernt, Monika kommt pünktlich an. Am Ostersonntag machen wir es uns gemütlich, Spaziergang am Strand und schwimmen. Hier regnet es jede Nacht heftig.


White Bay, Guana Island
Wir verlegen in die White Bay an einen sehr schönen Strand. Die Insel ist Privatbesitz und nur mit vereinzelten Ferienunterkünften bebaut. Ich unternehme trotzdem einen ausgedehnten Spaziergang und komme an einem Brackwassersee mit Flamingos und Ruinen einer alten Zuckerfabrik vorbei. Dann wandere ich auf einem Pfad entlang des Berghangs. Der Weg nach unten ist weitaus weniger gut im Zustand, viele Luftwurzeln hängen von den Bäumen. Die trockenen Blätter rascheln unter den Sandalen. Eine schwarze Schlange macht sich schnell davon. Ich werde vorsichtiger. Etwas weiter droht mir ein sehr großer Leguan mit heftigem Kopfnicken. Als ich vorbeigehe verzieht er sich in Richtung Wald. Das Baden ist hier herrlich.






Little Leverik Bay, Gorda Sound
An diesem rolligen Ankerplatz schlafen wir schlecht und fahren früh ab. Wir kreuzen an Dog Island vorbei in den Gorda Sound und nehmen in der Little Leverik Bay eine Boje. Abends sehen wir zufällig den Lichtschein eines Raketenstarts von Cap Canaveral.


Heute wollen wir auf den Virgin Gorda Peak, und das erfordert ein gutes Stück unangenehmes Straßenwandern. Der Trail selbst ist kaum einen Kilometer lang und führt durch den Nationalpark. Der Regenwald ist auf dieser Insel nur niedrig, aber dicht und auch schön. Unter anderem sind Bromelien und Philodendron sowie viele verschiedene, kleine Reptilien zu sehen.










Oben gelangt man zu einer Aussichtsplattform, ohne der man von dem nur leicht gerundeten, völlig bewaldeten Gipfel aus nichts sehen würde. Die Aussicht ist großartig. Wir sehen bis Anegada im Norden und St. Croix im Süden. Im Südwesten sehen wir alle Jungferninseln und hinüber bis St. John. Im Osten ist nur noch ein Teil des Gorda Sounds mit dem Bitter End Yacht Club, Saba Rock, Eustatia und Necker Island zu sehen. Mosquito Island und Necker Island sind private Inseln und im Besitz von Sir Richard Branson.




Bitter End
Sehr schönes Wetter erfreut uns und das Schnorcheln im kristallklaren Wasser bei Eustatia ist gut. Unbedingt besuchen sollte man hier die Bar auf der sehr kleinen Insel Saba Rock. Die Frauen baden beim nahelegenen Bitter End Yacht Club, ich klare das Schiff auf und koche. Die Preise in den Restaurants sind der exotischen Umgebung und der meist nordamerikanischen Klientel sehr gut angepasst. Im Jahr 2017 wurde hier die ganze Infrastruktur von Hurricane Irma zerstört, aber in kurzer Zeit wieder aufgebaut.















St. Thomas Bay
Wir müssen zurück nach Spanish Town, weil Monika bei der Einreise nur fünf Tage Aufenthalt genehmigt wurden. Im Büro für Yachten ist aber eine extension nicht möglich. In einem anderen Amtsgebäude klappt es dann. Der Gasabfüllmann ist auch heute nicht da, eine Laundry ist nicht auffindbar. Ich brate Steaks, das schmeckt allen und hebt die Stimmung etwas.

The Baths
Am Morgen schüttet es gewaltig. Kurz später klart es auf, und wir machen uns auf zum Landgang. Die Fahrt mit dem Taxi, also auf der Ladefläche eines Pick Up, ist ein Erlebnis für sich. Die Straßen sind schlecht, zudem sind kräftige Schwellen eingebaut. Wir gehen zuerst in die Devils Bay. Hier liegen schöne Granitblöcke und es ist heiß am Strand.




Dann kommen wir zu den Caves, wo immens große Blöcke liegen. Die Freiräume darunter sind so groß wie Säle. Manche dieser Felsen sind unten ausgeschwemmt und hohl. Über Stiegen gelangt man hinab ins Wasser. Nur selten treffen wir auf andere Besucher. Am Ende des Trails kommen wir zu einem schönen Sitzplatz bei der Poor Man´s Bar. Hier trinken wir Bier und essen Lunch. Eine ebenso holprige Taxifahrt bringt uns die zwei Meilen zurück zum Hafen, es war ein gelungener Ausflug.











Die ATM´s auf Virgin Gorda wollen uns kein Bargeld auswerfen, egal, wie wir es anstellen. Eigenartig. An einem Marktstand erstehen wir noch duftende Früchte. Nun ziehen recht schnell die Regenwolken auf und ein längerer Wolkenbruch geht nieder. Wir sehen nicht einmal mehr bis zum Hafen.

Manchioneel Bay, Cooper Island
Als wir in dieser hübschen Bucht ankommen, erleben wir eine sehr unerfreuliche Szene bei Anlegen an einer Boje. Derart aggressives und schlechtes Benehmen fügt sich gut ins Bild der nautisch inkompetenten, amerikanischen Charterskipper, die auch gerne falsche Lichter führen oder bei gutem Segelwind unter Maschine laufen.
Aber das Schnorcheln bei Cistern Point ist recht schön und die Cocktails zur Happy Hour sind köstlich. Wir essen im Cooper Island Beach Club zu Abend, und es schmeckt.

Soper’s Hole, Tortola
Am Morgen ist das Dinghy von den extremen Regenfällen der Nacht befüllt wie eine Badewanne. Wir steuern heute die Lighthouse Marina an. Sie liegt ganz hinten in der Bucht und das Anfahren des Liegeplatzes ist etwas schwierig. Strömung und Wind von vorne, aber rückwärts in die Box. Es klappt gut. Die Marina ist klein, es gibt nur zwei Stege. Nach einem kühlen Drink begeben wir uns zum Fährterminal und kaufen Tickets für morgen. Dann einkaufen und noch ein Bier bei Pusser´s, das ebenso berühmt ist, wie die anderen in diesem Beitrag erwähnten Bars.
Heute fahren wir mit der Schnellfähre nach Cruz Bay. Wie das verlaufen ist und wie man am besten in die USA oder eines ihrer Außengebiete einreisen kann, ist in diesem Blogbeitrag zu lesen.

Diamond Cay, Jost van Dyke
Die Bucht vor Diamond Cay ist erstaunlicherweise fast leer. Mit dem Beiboot fahren wir zum Steg von Foxy´s Taboo und gehen zum Bubbly Pool. Besuchen Sie den Pool nur bei Flut, denn zu anderen Zeiten wird er seinem Namen nicht gerecht. Die Umgebung besteht aus vulkanischem Gestein, Manchineel Bäumen, trockenen Baumgerippen, einem Brackwassersee und Mangroven. Alsbald beginnt es zu regnen, eine gute Gelegenheit, um bei Foxy´s Taboo ein Bier zu trinken.
Auf der Heimfahrt macht der Außenborder Probleme. Ich zerlege den Vergaser und kann keinen Fehler finden. Ich fahre Testrunden ums Boot. Ein professioneller Skipper eines Charterkatamarans hilft mir bei der Fehlersuche. Es scheint die Zündkerze zu sein. Auch ein nass gewordener Unterbrecherschalter, der Benzinhahn oder der Kerzenstecker wird als Ursache in Erwägung gezogen. Ich gebe für heute auf und begebe mich in die Pantry. Das kann ich besser.

Great Harbour
In Great Harbour ist Ankern verboten. Als ein Katamaran loswirft, fahren wir diese Boje an. Auch die Nachbarbucht ist total voll. Dort wurde in der Soggy Dollar Bar der Cocktail Painkiller erfunden.
Vormittags ist das Wetter mies. Hier kann man nichts anderes unternehmen, als Foxy´s Bar zu besuchen und durch den Ort zum Fährenterminal zu schlendern. Nach dem Spaziergang wird es ernst, wir testen die Cocktails. Diese schmecken sehr gut, dazu probieren wir Conch Fritters. Aktuell regnet es gerade einmal nicht.












Die Ausreise aus den British Virgin Islands und die Einreise in die U.S. Virgin Islands war mit einen eigenen Beitrag wert.